Mai 2026
Ästlinge – ist Hilfe wirklich notwendig?
Wir wollen helfen – ein nachvollziehbarer Gedanke bzw. Wunsch, wenn man ein Wildtier in einer vermeintlichen Notlage entdeckt. Vermeintlich ist aber in vielen Fällen die richtige Aussage!
Ästlinge – sie sind hierbei immer wieder Thema bei genau diesen vermeintlichen Notrufen. Es gibt jedoch viele Vogelarten, bei denen der Nachwuchs nicht sofort aus dem Nest abfliegt, sondern erst noch für einige Zeit/Tage in den Ästen um das Nest herum unterwegs ist. Bei diesen Ausflügen wird die Muskulatur trainiert und das Fliegen geübt.
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Mögliche Gefahren
Der Nachwuchs wird in dieser Zeit weiterhin versorgt – auch wenn man oft die Elterntiere nicht gleich entdecken kann!
Sieht man also einen noch offensichtlich jungen Vogel im Geäst eines Baumes/Strauches, sollte man ihn auf keine Fall übereilt einfangen! Direktes Beobachten aus nächster Nähe sollte ebenfalls nicht erfolgen! Der Nachwuchs wird erst weiter versorgt, wenn alle möglichen Gefahren (somit auch wir Menschen) verschwunden sind.
Kurzgefasst – auch Vögel müssen das Fliegen erst lernen. Also bitte nicht übereilt einsammeln, sondern VORHER an fachkundigen Stellen nachfragen!
Und hierzu ein ganz aktuelles Beispiel:
Der Notruf lautete in diesem Fall „abgestürzter Eulenvogel-Nachwuchs in einer Kita“.
Bei dem nur wenige Minuten später erfolgten Rückruf gab es jedoch bereits folgende Information: „Der Vogel befindet sich nicht mehr auf dem Boden, er hat es allein den Baum wieder hoch geschafft.“ Aufgrund der Lage des Brutplatzes wurde der Kita dennoch ein kurzer Besuch abgestattet, um sich die Situation vor Ort anzuschauen. Bei diesem Besuch gab es zunächst ein großes Lob an die Kita-Mitarbeiter – es wurde alles richtig gemacht! Dem abgestürzten Vogel wurde Platz geschaffen, damit er sich orientieren konnte und genug Ruhe (Abstand zum Menschen) hatte, den Baum wieder hinaufzuklettern. Es folgte ein sehr nettes Gespräch zum weiteren Umgang auf dem Kita-Gelände und ein paar Zusatzinformationen zum Verhalten von Eulenvögeln.
Fotos: © NABU Frankfurt (Oder)
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