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Die Auenlandschaft der Oder - Natur vor der Haustür

Auenlandschaft bei Frankfurt (Oder)

Mit "unserer" Oder haben wir Frankfurter richtig Glück. Direkt vor unserer Haustür finden wir nicht nur eine der beeindruckensten, sondern auch eine der artenreichsten Landschaften - die Auenlandschaft!

Als Auenlandschaft bezeichnet man die Landschaft, die durch einen Fluss in seiner unmittelbaren Umgebung geformt/gestaltet wird. Es sind von Hoch- und Niedrigwasser geprägte Bereiche, in denen nicht nur eine besondere Schönheit, sondern auch eine enorme Artenvielfalt betrachtet und beobachtet werden kann.

Vorneweg hierzu zunächst eine Frage: "Wie entsteht eigentlich ein Fluss?
Die meisten werden jetzt sagen, dass die Antwort doch ganz einfach ist: Wenn es regnet, sammelt sich das Wasser über dem Boden zu Rinnsalen oder unter dem Boden, um an oft oberirdischen Quellen zunächst als Rinnsal wieder auszutreten. Auf dem Weg zu einem See oder Meer gehen viele dieser Rinnsale, Fließe, Bäche ineinander über - es entsteht ein Fluss!
Schauen wir uns nun einen natürlichen Flusslauf an - er ist in keiner Weise geradlinig - ganz im Gegenteil! Er windet sich, bildet Nebenarme aus, lässt Sandbänke/Schilfinseln enstehen – und formt in seinen Windungen besondere Landschaften - die Auenlandschaften.

Eine Auenlandschaft kann hierbei grob in drei Zonen aufgeteilt werden:
- die gehölzfreie Aue (Wiesen),
- die Weichholzaue (Flächen mit Aufwuchs von Büschen, Sträuchern, Weichhölzern) und
- die Hartholzaue (z.B. Eichwald).

Die gehölzfreie Aue ist mit ihren großen Flächen und den hohen Gräsern ein perfekter Bereich für Bodenbrüter. Weiterhin sind die vielen Wasserstellen nicht nur für die Insektenwelt von Bedeutung, sondern auch die Kinderstube für eine Vielzahl von Lurchen!
Wer jetzt argumentiert, er kann gut und gerne auf Mücke & Co. verzichten - vor allem Vögel können das gerade nicht! Viele Vögel – auch im Erwachsenenalter Körnerfresser - füttern ihren Nachwuchs mit Insekten! Auf solchen Wiesen finden sie daher ein nicht nur reichhaltiges, sondern auch notwendiges "Buffet"! Auf keinen Fall unerwähnt sollte hierbei bleiben, dass nicht nur Vögel auf Insekten als Nahrungsquelle angewiesen sind - für Fledermäuse, Eidechsen, selbst einen Teil der Insekten sind sie die Hauptnahrungsquelle und sogar Marder, Fuchs oder Wildschwein haben gegen ein "Häppchen" nichts einzuwenden.
Schilf und Uferstauden bieten für viele Tiere zudem umfangreichen Schutz und dienen als Rückzugsort.

Einen weiteren Teil einer Auenlandschaft nennt man Weichholzaue.
Verläuft ein Fluss natürlich, entstehen und verschwinden auch immer wieder Sandbänke. Diese Sandbänke werden dann von Büschen/Sträuchern und Weichholz-Bäumen (Weiden, Pappeln und/oder Erlen) besiedelt. Sie stellen ebenfalls einen wichtigen Bereich nicht nur für Brutvögel dar. Durch die Wasserumrandung kommt nicht jeder Räuber an die potentielle Beute auf der Insel heran oder macht sich einfach nicht die Mühe, bis zur Insel zu schwimmen. Weichhölzer sind ferner eine bevorzugte Nahrung des Bibers im Winter, wenn er kein Schilf zur Verfügung hat.

In der Hartholzaue findet man ebenfalls eine enorme Artenvielfalt an Brutvögeln, Säugetieren, Insekten und Amphibien. Durch den sumpfigen Charakter ist es vor allem für uns Menschen schwieriger, in diesen Bereich vorzudringen und die Natur kann sich ungestört entfalten.

Solche ungestörten Bereiche sind ein wichtiger Lebensraum für die Tierwelt!
Viele in den Auen lebende Tiere haben sich den dortigen Verhältnissen angepasst. Im Hinblick auf die Nahrungssuche, die Wahl der Brutstätte oder das Nutzen der von uns Menschen ungestörten Bereiche haben sie nicht nur gelernt, mit den Eigenarten einer Auenlandschaft zu leben, sondern sind auch darauf angewiesen. Hierzu nur ein paar Beispiele:
Lurche benötigen möglichst warme und stehende Wasserbereiche, um zu laichen (Eier zu legen) - also für den Fortbestand ihrer Art zu sorgen und feuchtes Erdreich, um zu überwintern.
Für viele Insekten ist Totholz eine wichtige Nahrungsquelle, um zu überleben. Im Gegenzug produzieren sie durch das Zersetzen abgestorbener Pflanzenteile Humus - also Nährstoffe für den Boden (und die Pflanzen).
Kraniche benötigen ungestörte Bereiche, um ihren flugunfähigen Nachwuchs großzuziehen (dieser gehört zu den Nestflüchtern) und ein ausreichendes Nahrungsangebot (welches u.a. auch durch den Tierreichtum in den Wasserlöchern und sumpfigen Bereichen gegeben ist).
Greifvögel, wie zum Beispiel Milan und Seeadler, reagieren empfindlich auf Störungen ihrer Brutstätten und sind auf ein ausreichend großes Revier mit passendem Nahrungsangebot angewiesen.
Auch Wildschweine benötigen ein großes Areal zur Nahrungssuche mit ausreichendem Futterangebot (dazu gehört neben Eicheln und Wurzeln auch tierische Kost - zum Beispiel Larven von Insekten oder unter Umständen auch Aas).

Auenlandschaft bei Frankfurt (Oder)Neben der enormen Artenvielfalt und der sehr eigenen Schönheit sind alle drei Auenlandschaften zusätzlich ein natürlicher Hochwasserschutz! Sie sind von Hoch- und Niedrigwasser geprägte Bereiche - also auf Hoch- und Niedrigwasser angewiesen.
Die gehölzfreie Aue kann mit ihrer Weite Unmengen an Wasser aufnehmen. Durch Gräser und Büsche wird das Wasser zudem gehemmt, überflutet somit nicht alles ungehindert und hat Zeit, im Boden zu versickern.
Auch die Weich- und die Hartholzaue bilden einen natürlichen Wasserrückhalt. Durch natürliche Senken, besondere Wurzelsysteme und die spezielle Bodenbeschaffenheit fließt das Wasser nicht nur über den Boden "drüber", sondern sickert um ein Vielfaches ein.
Und aller guten Dinge sind ja bekanntlich drei - neben der außergewöhnlichen Natur (besonderes Landschaftsbild und Artenvielfalt) und dem natürlichen Hochwasserschutz hat die Auenlandschaft einen bedeutenden Erholungswert für uns Menschen.

Wer war nicht schon einmal entlang der Oderwiesen spazieren, ist auf dem Deich Rad/Inliner gefahren, hat den Störchen bei der Nahrungssuche auf den Wiesen zugeschaut, eine Wanderungen durch den urigen Eichwald gemacht oder im Sommer auf den Wiesen die vielen Schmetterlinge bewundert?

[SR]
Fotos: © Nabu Regionalverband Frankfurt (Oder)

      

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