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Streuobstwiesen

Bild Streuobstwiese – ein Lebensraum, der es „in sich“ hat!
Hört man von einem Biotop (Lebensraum) mit über 5.000 Tier-, Pflanzen- und Pilzarten, mag man es im ersten Moment gar nicht glauben – ja, es geht um Streuobstwiesen! Doch was ist eine Streuobstwiese eigentlich?

Ursprünglich stammt diese Form des Obstanbaus aus dem Orient und wurde von den Römern nach Europa gebracht. Mit der Sesshaftigkeit begann der Mensch, nicht nur die „wilden“ Früchte zu nutzen, sondern diese auch bewusst anzubauen bzw. anzupflanzen und auch die Ursprungssorten weiterzuzüchten. Ob auf kleinen Flächen in den Gartenanlagen von Klöstern oder Burgen, als Obstgärten in Städten oder auf weitläufigen Bereichen auf dem Land – Streuobstwiesen gehören seit geraumer Zeit an vielen Stellen zur Kulturlandschaft.
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Eine Streuobstwiese ist somit eine traditionelle Form des Obstanbaus, welcher auf extensive, sehr naturverträgliche Art und Weise geschieht!
Auf einer Wiese werden großflächig Obstbäume angebaut. Hierbei wird darauf geachtet, dass die Bäume weit auseinander gepflanzt werden, damit genügend Platz für Licht und Entwicklung des Baumes vorhanden sind. Auch werden Bäume der verschiedensten Sorten angepflanzt. Diese Art zu Pflanzen bringt nicht nur eine große Vielfalt, sondern auch über einen langen Zeitraum erntereife Früchten mit sich. Die Beweidung/Mahd erfolgt nur 2-3 mal im Jahr. Auch der Beschnitt der Bäume erfolgt in weitläufigen Zeitabschnitten und nicht so stark wie in der industriellen Obstproduktion. Und neben dem „gemäßigten“ Schnitt ist es den Obstbäumen auf diesen Wiesen sogar erlaubt, alt zu werden und am Ende liegen zu bleiben.

Doch nicht nur uns Menschen bringt diese Art der Kulturlandschaft Vorteile. In ihrer Vielfältigkeit ist eine Streuobstwiese ein äußerst artenreiches Biotop!

Durch den vielschichtigen Obstanbau gibt es fast über den gesamten warmen Jahreszeitraum reife Früchte. Ob Igel, Reh, Amseln, Siebenschläfer, Wildschwein, Maus oder Dachs – sie alle haben nichts gegen ein derart reichhaltiges, zusätzliches Nahrungsangebot. Durch die im Jahr nur 2-3 mal durchgeführte Beweidung oder Mahd ist während der gesamten Jahreszeit zusätzlich für jene Tierwelt gesorgt, welche sich von Pollen und Nektar ernährt – vor allem für die Insektenwelt.
Auch hier sind die unterschiedlichen Baumsorten mit ihren unterschiedlichen Blühzeiten von großem Vorteil. Einer guter Insektenbestand wiederum ist sehr gut für die Bestäubung der Bäume und bietet zudem eine gute Nahrungsgrundlage für Vögel und andere insektenfressenden Tiere. Schließlich gibt es an alten Bäumen oft Höhlen, Risse, etc., welche als Unterschlupf oder sogar Nist-/Wohnstätte genutzt werden.

Selten beweidete/gemähte Wiesen sorgen dafür, dass der Lebensraum ebenfalls für Grasfresser wie Reh, Maus, Hamster und natürlich auch Insekten interessant wird. Mit Maus und Co ergibt sich in der Folge ein Nahrungsangebot für Beutegreifer wie Marder, Steinkauz, Fuchs und Bussard. Letztendlich sorgt eine Beweidung auch gleich für den Dung, wodurch eine gute Bodenqualität gesichert ist.

Kurzum und wie eingangs schon erklärt – aus dieser Vielfältigkeit ergibt sich ein Lebensraum für über 5.000 Tier-, Pflanzen- und auch Pilzarten!
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Fotos: © NABU Frankfurt (Oder)

 

Mit dem Bevölkerungswachstum und der Industrialisierung verschwand diese Kulturlandschaft leider immer mehr. Vielerorts werden jedoch durch den NABU sowie andere Institutionen, Firmen und auch Privatleute wieder Streuobstwiesen angelegt.

Auch wir – der NABU Frankfurt (Oder) – haben in den letzten Jahren an so einigen Stellen in Frankfurt (Oder) nicht nur für den Erhalt solcher Streuobstwiesen gesorgt, sondern auch neue angelegt!
Eine dieser neu angelegten Streuobstwiesen befindet sich im Triftweg – einen kleinen Bericht über diese Fläche finden Sie bereits auf unserer Startseite.
Im Jahr 2021 wurden vom NABU Regionalverband Frankfurt (Oder) e.V. zudem im gesamten Stadtgebiet 100 unterschiedliche, vor allem alte Obstbaumsorten gepflanzt.
   ► Beitrag Renaturierung am Triftweg August 2021


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Mit den gezeigten Fotos wollen wir zusätzlich zu den Informationen noch einen (wenn auch kleinen) Einblick in die regionale Artenvielfalt - vor allem der Insektenwelt – am Beispiel der Fläche im Triftweg geben.


Und vielleicht ist dieser kleine Einblick ja ein Vorgeschmack, der Sie bei Ihrem nächsten Spaziergang an einer Streuobstwiese eine Pause einlegen lässt, um etwas genauer zu schauen – es lohnt sich auf jeden Fall!

 

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Fotos: © NABU Frankfurt (Oder)

 

   ► Beitrag Streuobstwiese IHK+NABU vom 16. Mai 2023

 

 

 

   ► weitere Informationen zu Streuobstwiesen (PDF)

 

 

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